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Die Ära der Erfinder
Mitte der 1880er-Jahre in die Uhrenherstellung einzusteigen, war keine leichte Aufgabe: Die Schweiz befand sich gerade in der schlimmsten Phase einer langen Rezession. Doch trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, der sozialen Unruhen und der Ungewissheit über die Zukunft blieb der 24-jährige Leon Breitling seiner Vision treu. Er wollte Instrumente schaffen, die die Zeit messen, einteilen und beherrschen können. So entstand Breitling. Mit Leidenschaft und Begeisterung legten drei Generationen erfinderischer Gründer - Leon, Gaston und Willy Breitling - den Grundstein für die präzisen, zuverlässigen und vielseitigen Zeitmesser, wie wir sie heute kennen.
1884 Leon Breitling
Aufwachsen im Epizentrum der Uhrmacherei: La Chaux-de-Fonds hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf den Gründer Leon Breitling, weshalb er letztendlich eine Lehre als Uhrmacher antrat. Nach Abschluss seiner Ausbildung war Leon bereit, sein eigenes Atelier in St. Imier, einer weiteren Uhrmacherstadt im Juragebirge, zu eröffnen. Dort nutzte er das traditionelle Schweizer «Ètablissage»-System zur Herstellung von Uhren (eine dezentrale Methode für die Uhrmontage) und spezialisierte sich auf Chronographen als einer Kategorie von Uhren, die zu dieser Zeit sehr gefragt war. Auf dem Höhepunkt der industriellen Revolution wurden Zeitmesser in allen Bereichen der Industrie, der Wissenschaft und des Sports benötigt, und Leon war entschlossen, durch sein neu gegründetes Unternehmen diese Nachfrage zu befriedigen. -
1892 Die Fabrik
Nur acht Jahre nach der Gründung seines Ateliers verlegte Leon seinen Betrieb nach La Chaux-de-Fonds, seiner Heimatstadt und dem Epizentrum der Schweizer Uhrmacherkunst. Im Einklang mit Leons Erfolg entwickelte sich Breitling hier von einer kleinen Werkstatt zu einer vollwertigen Fabrik, die eine industrialisierte Produktion ermöglichte.
1899 Montbrillant
Einige Jahre nach der Gründung der Fabrik wurde die Strasse, in der sie lag, in «Rue de Montbrillant» umbenannt. Der Namen gefiel Leon sehr - sogar so sehr, dass er ihn 1899 in seinen Firmennamen aufnahm: «L. Breitling, Montbrillant Watch Manufactory.» -
1907 Vitesse
Eine der frühesten und bemerkenswertesten Entwicklungen, die innerhalb der Mauern der Manufaktur von Leon Breitling in La Chaux-de-Fonds entstand, war die Chronographen-Taschenuhr «Vitesse». «Vitesse» - Französisch für «Geschwindigkeit» - wurde entwickelt, um Geschwindigkeiten zwischen 15 und 250 Meilen oder Kilometern pro Stunde zu messen. Diese Neuerung war so erfolgreich, dass sie sogar von der Schweizer Polizei genutzt wurde, um die ersten Strafzettel auszustellen. Ja, Sie haben richtig gelesen: Diese Innovation ist Breitling zu «verdanken».
100.000 Verkaufte Einheiten
Bereits 26 Jahre nach Gründung der Marke durch Leon Breitling erreichte das Unternehmen einen bemerkenswerten Meilenstein: die Produktion des hunderttausendsten Zeitmessers. Für die damalige Zeit war dieses Produktionsniveau aussergewöhnlich und etablierte Breitling nicht nur als angesehenen Namen, sondern auch als führenden Hersteller von Präzisionsinstrumenten. -
1914 Gaston Breitling
Leon verstarb mit nur 54 Jahren, doch die Geschichte von Breitling hatte da gerade erst begonnen. Leons einziger Sohn, Gaston Breitling, übernahm das Unternehmen.
1915 Der erste unabhängige Chronographendrücker
Gaston legte einen fulminanten Start hin und vollendete die Vision seines Vaters mit der Lancierung des ersten Zeitmessers mit einem unabhängigen Chronographendrücker auf der 2-Uhr-Position. Dieser Drücker diente zum Starten, Stoppen und Zurücksetzen des Chronographen - eine praktische und ergonomische Funktion, die bald von der gesamten Branche übernehmen wurde. Der erste «Monopusher»-Chronograph von Breitling wurde rasch in die industrialisierte Produktion aufgenommen. Der unabhängige Drücker an Armbanduhren kam bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs erstmals zum Einsatz, und sein Nutzen sollte sich als entscheidend erweisen.1923 Start, Stopp, Anhalten, Zurücksetzen
Nachdem er die wirtschaftlichen Turbulenzen des Ersten Weltkriegs überstanden hatte, feierte Gaston mit der von seinem Vater in den 1920er-Jahren gegründeten Marke neue Erfolge. Seine nächste grosse Innovation war ein 1923 eingereichtes Patent, das als «Brevet, 105532» bekannt wurde. Sie führte ein System ein, bei dem der Chronograph mit dem 2-Uhr-Drücker angehalten und eigenständig zurückgesetzt werden konnte, wenn sich die Krone in einer anderen Position befand. Diese Innovation findet zwar heute keine Anwendung mehr, legte jedoch den Grundstein für einen weiteren grossen Durchbruch. -
1932 Willy Breitling
Gastons Sohn Willy war gerade 14 Jahre alt, als sein Vater starb. Seine Mutter Berthe hielt das Unternehmen am Laufen, bis Willy sie mit 19 Jahren davon überzeugen konnte, dass er bereit war, die Leitung zu übernehmen. Er war genau das, was Breitling brauchte: klarsichtig, erfinderisch und seiner Zeit voraus. Das Glück kommt bekanntermassen in Schüben, und Willy hatte die seltene Fähigkeit, jeden zu seinen Gunsten zu nutzen.
1933 Die Erfindung des modernen Chronographen
Willy verband seinen Marketing-Instinkt mit einem tiefen Glauben an Innovation. Nur ein Jahr nach seiner Übernahme des Unternehmens meldete er ein Patent an, um die Vision seines Vaters vom Anhalten und Zurücksetzen eines Chronographen zu vollenden. Anstatt sich auf die Krone zu verlassen, führte er einen zweiten Drücker bei 4 Uhr ein und erfand damit die Form des modernen Chronographen. Das System, für das Willy Pionierarbeit leistete, wurde im folgenden Jahr in die industrielle Fertigung überführt, wo seine Massenproduktion einen Standard für die Branche setzte. -
1937 Huit Aviation - Chronographen für Pioniere der Luftfahrt
Lediglich zwei Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Willy Breitling eingeladen, dem britischen Kriegsministerium seine Idee des perfekten Cockpit-Chronographen vorzustellen. Dieses Ereignis legte den Grundstein für die untrennbare Verbindung von Breitling zur Luftfahrt. Ein Jahr später gründete Willy die Huit Aviation Division - eine Abteilung, die speziell für diese Instrumente zuständig war, die für die alliierten Streitkräfte in den kommenden Jahren von entscheidender Bedeutung werden sollten. Ein Beispiel dafür war der erste von Breitling entworfene Armbandchronograph für Piloten Ref. 734, der zum ersten Mal im ersten Huit Aviation-Katalog von Breitling vorgestellt wurde.
1938 Die AbteilungHuit Aviation
Breitling gründete die Abteilung HUIT Aviation, um den Bedarf der militärischen und zivilen Luftfahrt an zuverlässigen Bordinstrumenten zu decken. Diese spezialisierte Abteilung entwickelte, produzierte und testete Produkte unter schwierigen Bedingungen - an Land und über den Wolken. Das eigens dafür eingerichtete Labor verfügte über einen Mikrooszillographen für das radioelektrische Uhrwerk, Temperatursimulatoren im Bereich von -40°C bis +100°C und Vibrationstische für Belastungstests. Die Bemühungen zahlten sich 1939 aus, als Breitling vom britischen Luftfahrtministerium den Auftrag erhielt, die Royal Air Force mit Bordchronographen auszustatten. Damit etablierte sich HUIT gerade zu Beginn des Krieges als wichtiger Lieferant für die Luftfahrt. -
1940 Runder Rechenschieber
Breitling patentierte einen innovativen Chronographen mit rundem Rechenschieber, auf Tachymeter, Entfernungsmesser, Pulsmesser und verschiedene mathematische Operationen problemlos durchgeführt werden konnten. Die daraus resultierende Uhr aus dem Jahr 1942 mit dem Namen «Chronomat» (eine Abkürzung von «Chronographe-Mathematique») war eine raffinierte Werkzeuguhr, die Funktion und Eleganz mit schlanken Linien, einem schmalen Profil und einem harmonischen Zifferblatt in Einklang brachte. Es wurde zu einem Favoriten unter Sport-, Industrie- und Technikprofis.
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1943 Die Premier
Willy Breitling erkannte die Kriegsmüdigkeit der Menschen und die Sehnsucht nach einer Rückkehr zum Glamour und führte die Premier-Linie ein - Zeitmesser, die über die Funktion hinausgingen und einer anspruchsvollen Kundschaft einen neuen Standard an Eleganz boten. Aufbauend auf diesem Erfolg lancierte Willy den Duograph, einen ausgeklügelten Schleppzeiger-Chronographen für die Zeitmessung von zwei gleichzeitigen Ereignissen, und später die Datora, die Tages-, Datums- und Mondphasenanzeige in einem ausgewogenen, stilvollen Design kombinierte. Alle drei Modelle verfügten über raffinierte Zifferblätter, elegante Gehäuse - oft aus massivem Gold - und sorgfältige Details, die das Engagement von Breitling für Innovation und Ästhetik verdeutlichen.
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1952 Navitimer
Willy Breitling machte sich daran, einen Armbandchronographen zu entwickeln, mit dem Piloten alle notwendigen Flugberechnungen durchführen konnten, wie Durchschnittsgeschwindigkeit, zurückgelegte Strecke, Kraftstoffverbrauch und Steiggeschwindigkeit. Er wollte den logarithmischen Rechenschieber des Chronomat für die Luftfahrt adaptieren und ihn in eine drehbare Lünette integrieren, die mit kleinen Perlen versehen war, damit sie auch mit den behandschuhten Händen des Piloten leicht zu bedienen war.
Zwei Jahre später ernannte die Aircraft Owners and Pilots Association (AOPA), der grösste Pilotenclub der Welt, das Modell zu seinem offiziellen Zeitmesser. Der Navitimer - sein Name ist eine Kombination aus «Navigation» und «Timer» - war geboren. Der beispiellose «Flugcomputer» von Breitling fand schnell Anklang bei Piloten auf der ganzen Welt.
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1957 Superocean
Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums wandte Willy Breitling - angeregt durch Jacques Cousteaus Unterwasser-Dokumentationen und dem wachsenden Trend zum Sporttauchen - seine Aufmerksamkeit dem Meer zu. Profis und Enthusiasten brauchten zuverlässige Unterwasserinstrumente. 1957 reagierte Breitling mit der SuperOcean in einer Chronographen-Edition und einer Edition mit reiner Zeitanzeige. Beide waren bis zu 200 Meter (660 ft) wasserdicht - eine bemerkenswerte Leistung für die damalige Zeit - ganz zu schweigen davon, dass seine SuperOcean Ref. 807 der allererste Tauchchronograph war. Jedes Detail der Konstruktion sorgte für optimale Funktionalität, Ablesbarkeit und Sicherheit unter Wasser. Mit diesem Neuzugang war Breitling nun in der Luft, zu Land und auf See präsent.
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1964 Top Time
Willy Breitling stellte die Reihe Top Time vor, die sich an «junge und aktive Profis» richtet. Mit ihrem eleganten und zugleich unkonventionellen Design - darunter kissenförmige Gehäuse und grafische Zifferblätter - sprach sie modische Männer und Frauen gleichermassen an. Der Name wurde als Zeichen für die moderne Ausrichtung bewusst kurz, prägnant und in Englisch gewählt. Der «unkonventionelle Chronograph» wurde schnell zu einem modischen Must-Have und zierte die Seiten von Time, Life und Harper's Bazaar. Die Nachfrage stieg in den späten 1960er Jahren aufgrund der markanten Proportionen und des stilvollen Aussehens der Uhr sprunghaft an. Die Filmindustrie zog bald nach und brachte die Top Time auf die Leinwand, was ihren Kultstatus festigte.
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Eine Uhrenmarke für Generalisten
Bei der Neupositionierung des Unternehmens erkannten Georges Kern und sein Team, wie wichtig es ist, auf das reiche Erbe von Breitling zurückzugreifen. Sie schufen eine neue Corporate Identity, die historische Elemente mit einem modernen Erscheinungsbild verbindet. Breitling hat seine auf die Luftfahrt ausgerichtete Strategie erweitert, um seine drei historischen Säulen zu vereinen: Luft, Land und Meer. Die Marke definiert sich neu als Schweizer Uhrenmarke für Generalisten, die eine lässige, nachhaltige und zugängliche Alternative zum traditionellen Luxus bietet.
Um diese neue Identität zu fördern, führte Breitling #Squadonamission ein und ersetzte einzelne Markenbotschafter durch Teams aus drei Meistern ihres jeweiligen Fachs. Die erste digitale Initiative von Breitling bestand darin, das Garantiesystem der Marke auf eine digitale Lösung umzustellen, die eine Datenübertragung in Echtzeit ermöglicht. Die elektronische Garantiekarte mit einem QR-Code ermöglicht eine schnelle Aktivierung an den Verkaufsstellen und bietet den Kunden durch einfaches Scannen einen einfachen Zugriff auf ihre Uhrendokumente und zahlreiche Vorteile.
2017